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Tatjana Kruse, Jahrgangsgewächs aus süddeutscher Hanglage, ist überzeugte Krimiautorin. Unveränderliches Kennzeichen: Immer ganz in Schwarz gekleidet!

Welcome. I’m glad you’ve found the way to this hospitable homepage. I’m a crime writer and a ray of sunshine in an all black wardrobe. Feel free to frolick through the sites and explore the wild world of Kruse, Tatjana Kruse, crime writer at large. Have fun !

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Kriminelles Heiterhäppchen, Tag 72

Kriemhild wurde von einem Frauenmörder angeschossen und stellt sich tot, um nachts als Geist eigenhändig gegen den Kerl zu ermitteln. Soweit, sogut. Wenn da nicht plötzlich ein Experte für tote Menschen vor der Tür stünde:

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Ein Hauch von Sixth Sense und Bruce Willis

„Er ist da!“, jubelte die Freundin von Frau Gelbhaar und zeigte auf einen riesigen Schlaks von Mann in einem beigebraunen Anzug und mit einer ungezähmten, blonden Löwenmähne.

„Ich bin die ganze Nacht durchgefahren. Eine solche Chance bietet sich nicht oft!“, sagte der hagere Riese. „Eckbert Quint. Doktor Eckbert Quint.“ Er reichte Konny seine Visitenkarte. Auf der nichts weiter stand als Dr. Eckbert Quint, Experte für paranormale Phänomene.

Er sah gut aus. Wenn man auf menschliche Lichtmasten stand. Konny hatte geglaubt, Parapsychologen wären allesamt hässliche Kerle mit Alters-Akne und einem Toupet, das aussah wie etwas, das sie aus einem Duschablauf gefischt hatten. Aber Quint war eigentlich ein hübscher Kerl, und seine Haare schienen echt.

„Wie ich höre, geht in diesem Haus Außergewöhnliches vor sich“, sagte Quint und presste die Kuppen seiner Pianistenfinger aneinander. „Das ist hochinteressant.“

„Also …“ Konny wusste ehrlich nicht, was sie darauf sagen sollte. Ihn abwimmeln? Das würde seine Neugier nur verstärken? Ihm recht geben? Was würde er dann im Haus anstellen wollen? „… äh …“

„Ihre tote Schwester spukt“, flüsterte Frau Gelbhaar, als sei sie Konnys Souffleuse. „Der Leichnam ist im Salon aufgebahrt.“

„Bemerkenswert“, flötete Quint. „Darf ich sie sehen?“

Konny sah ihre Felle davonschwimmen.

Pensionsgeschäftsführer Lambert trat ein. Obwohl ihn die Gelbhaars vor gerade Mal fünf Minuten aus dem Schlaf gerissen hatten, war er vollständig bekleidet und sah aus, als sei er einem Herrenmagazin entsprungen. Mit einem einzigen Blick erkannte er Konnys Dilemma. „Guten Morgen, Sie müssen unser Neuzugang sein. Herzlich willkommen. Darf ich nur kurz Ihre Daten aufnehmen? Dann gibt es Kaffee für alle.“

Lambert Kaiser. Held. Das würde Konny dereinst eigenhändig in seinen Grabstein meißeln.

„Ich setze frischen Kaffee auf“, rief sie, obwohl sie das gerade schon getan hatte, und eilte in die Küche und durch die Küche zum Salon und beugte sich über den Sarg. „Wach auf!“ Sie walkte ihre Schwester wach. „Der Paradingsbums ist da!“

Kriemhild rieb sich die Augen.

„Wenn wir nicht auffliegen wollen, musst du dich mucksmäuschenstill verhalten. Ich versuche, ihn nicht hier rein zu lassen, aber ich kann für nichts garantieren. Hast du kapiert?“

Kriemhild gähnte. „Ich muss mal.“

„Verkneif dir’s. Oder pinkele in die Bodenvase. Du kommst hier nicht raus.“

Konny schloss den Sargdeckel.

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Wird es Konny gelingen, den Parapsychologen von ihrer „untoten“ Schwester fernzuhalten? Lest selbst:

Tatjana Kruse: „Manche mögen’s tot“, Insel Verlag (auch als eBook und Hörbuch erhältlich)

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