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3 Dinge, die man über mich wissen sollte … und mehr (Plauderecke)

3 Dinge, die man über mich wissen sollte:

1.) Ich betrachte alles mit einem Augenzwinkern – das Leben ebenso wie mein Schreiben. Das Leben ist zu kurz, um ernst genommen zu werden.

2.) Ich trage immer schwarz. Drunter, drüber, ausnahmslos und überall.

3.) Mein Lieblingsfilm ist „Wie klaut man eine Million?„ mit Audrey Hepburn und Peter O’Toole, mein Lieblingsbuch „Aufruhr in Oxford„ von Dorothy Sayers, mein Lieblingsort ist das Meer und mein Lieblingsgetränk ist „Taittinger„ Champagner.

 

(Okay, das waren jetzt genau genommen sechs Dinge. Wir lernen: Rechnen ist nicht so meins …)

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Jedem Zauber wohnt ein Anfang inne (frei nach Hermann Hesse)

Oder offiziell: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Und genau das gilt auch für erste Sätze.

Mein allererster gesprochener Satz auf diesem Planeten wurde nachlässigerweise leider nicht überliefert (das im Bild bin übrigens ich, damals schon kamerascheu), aber mein erster publizierter Romananfangssatz lautet nachweislich: Ich feiere keine Geburtstage mehr, auch meinen eigenen nicht. („Die Wuchtbrumme„, erschienen im S. Fischer Verlag).

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Giraffen – gibt es sie wirklich?

Eine Frage, die man sich gemeinhin nicht stellt. Weil, haben wir im Zoo oder auf Afrika-Rundreise doch alle schon gesehen: diese Langhälse mit den blauen Zungen. Aber vielleicht waren das nur Hologramme, für teuer Geld von Tourismus-Managern erstaunlich realistisch in die Landschaft projiziert?

Ob es sie nun gibt oder nicht, das spielt für unser Alltagsleben in der Schreibklause aber überhaupt keine Rolle.

Die Frage “Schreibblockaden – gibt es sie wirklich” steht uns Schriftsteller/innen schon sehr viel näher. Und auch da rufen alle: Klar, gibt es, hab ich selbst doch schon erlebt!

Oder erliegen wir da einer Massenhypnose?

Es gilt ja in manchen Kreisen als schick, wenn man mit Leidensmiene erklären kann, dass man gerade eine furchtbare Schreibblockade durchlebe. Es stilisiert einen zum hypersensiblen Künstler. Macht einen interessant.

Ich finde es nicht hilfreich, sich der Mär von der Schreibblockade hinzugeben. Denn nichts anderes ist es: eine Mär, ein Hirngespinst, pures Seemannsgarn. Chirurgen haben auch keine “Blockade” und zucken entschuldigend am OP-Tisch die Achseln: Sorry, heute kann ich einfach keinen Blinddarm sehen – da kriege ich Würgereiz! Klempner stehen nicht im Badezimmer und erklären mit gequältem Blick: Tut mir leid, ich kann heute keine verstopfte Toilette durchpusten, bin wie das Klo total blockiert – der Stundensatz wird leider trotzdem fällig.

Das Geheimnis des Schreibens besteht in einem Satz: Hintern auf Stuhl und sitzenbleiben, bis das Tagespensum erledigt ist!

Gibt es Tage, an denen es nicht so geschmeidig flutscht? Natürlich! Dann muss man das Geschriebene eben überarbeiten. Aber irgendwas geht immer. In Syndikats-Kreisen rufen wir uns öfter mal zu: SDS! Was soviel heißt wie: Schreib, Du Sau! Ordinär, aber wirksam.

Heute aktiviere ich meine innere Einpeitscherin. Nach schlafloser Nacht sitze ich relativ lustlos am Schreibtisch. Aber die Domina in mir, die mit dem strengen Blick und den Overknee-Stiefeln, steht schon Gewehr bei Fuß. Heute wird geschrieben! Komme, was wolle! Die Erfahrung zeigt: Nach den ersten mühsamen Seiten tanzen die Finger doch irgendwann müheloser und schließlich spielerisch über die Tasten. Es gilt die alte Binsenweisheit: Wenn das Wasser fließen soll, muss man den Wasserhahn aufdrehen!

ps: Und natürlich gibt es Giraffen wirklich! Man muss nur mal frühmorgens ins örtliche Hallenbad gehen …